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Vergleichstest: Was ist der beste Onlineshop-Baukasten für Einsteiger?

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Egal ob selbstgestrickte Pullover oder erlesene Weine direkt vom Winzer – wer einen eigenen Laden besitzt und dort eigene oder eingekaufte Waren verkauft, kommt heutzutage um einen eigenen Onlineshop nicht herum. Denn über das Internet erreicht ihr vollkommen neue Kunden, die es ansonsten nie in euren Laden geschafft hätten.

 

Zum Glück ist die Erstellung eines Webshops mittlerweile so einfach wie nie – zahlreiche Onlineshop-Baukästen machen’s möglich. Gerade für Solo-Selbstständige und kleine Firmen sind diese Tools eine gute Wahl, denn sie sind in der Regel kostengünstig und einfach zu bedienen. Große Webdesign- oder Programmierkünste werden nicht benötigt.

 

Doch welcher Baukasten ist der richtige für E-Commerce-Einsteiger? Wir haben uns fünf der bekanntesten Onlineshop-Baukasten angesehen und den besten für Online-Einsteiger gekürt.

Eine Unternehmerin arbeitet an ihrem Laptop.

Onlineshop-Baukästen im Vergleich

 

Eine kurze Bemerkung bevor wir mit dem Test loslegen. Alle von uns getesteten Baukästen eignen sich bestens dazu, ohne große Vorkenntnisse einen eigenen Shop zu erstellen und damit online zu verkaufen. Totalausfälle gab es in unserem Vergleich nicht.

 

Stattdessen steckt der Teufel wie so oft im Detail. Denn was Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit angeht, gibt es bei den einzelnen Systemen teils große Unterschiede. Diese haben letztlich die entscheidende Rolle in unserem Test gespielt. Mehr dazu lest ihr in unserem Test.

 

In Sachen Preis liegen die einzelnen Baukästen teils weit auseinander. Zwischen 10 und 29 Euro pro Monat kosten die Einsteigerpakete der einzelnen Anbieter. Transaktionsgebühren erhebt mit Ausnahme von Shopify keiner der Anbieter. Wir empfehlen euch daher, vor dem Kauf die Features der einzelnen Pakete genau miteinander zu vergleichen. Schließlich wollt ihr nicht für Funktionen draufzahlen, die ihr am Ende gar nicht braucht.

 

Jetzt aber los mit unserem Test.


JIMDO

 

Vorteile

  • Einfache Shop-Erstellung mit Assistent
  • Modernes Design
  • Automatische Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Schnellste Shop-Erstellung im Test

 

Nachteile

  • Kein Verkauf von digitalen Produkten
  • Wenig Spielraum 
  • Keine App-Integration anderer Anbieter

 

Bei Jimdo steht alles unter dem Motto “sofort durchstarten”. Anstatt ein Template auszuwählen, beantwortet ihr zu Beginn ein Fragen zu euch und eurem Business. Anhand eurer Antworten erstellt Jimdo eine Website mit Shop, die genau zu euch passt. Diese besteht aus einzelnen Design-Blöcken, die ihr jederzeit verschieben, bearbeiten und neu hinzufügen könnt. Das klappt unkompliziert und intuitiv.

 

Schnell und einfach geht es auch im Shop selbst weiter. Mit wenigen Klicks legt ihr Produkte und Kategorien an und präsentiert sie in schicken und übersichtlichen Galerien. Ebenso fix verbindet ihr Zahlungsdienstleister und stellte eure Artikel zum Versand oder zur Abholung online.

 

Ein paar Wermutstropfen gibt es dann aber doch. So könnt ihr zum Beispiel keine digitalen Produkte zum Download anbieten, sondern nur physische Produkte verkaufen. Außerdem fehlt dem Baukasten die Flexibilität bei den Versandkosten. Wollt ihr in eurem Shop aber Kleidung, Schmuck oder andere ähnliche Produkte verkaufen, sind diese Kritikpunkte leicht zu verschmerzen.

 

Insgesamt hat uns der Shop-Baukasten von Jimdo im Test aber am besten gefallen. Bei keinem anderen Kandidaten im Testfeld konnten wir unseren Shop so schnell online bringen wie bei Jimdo. Besonders für alle, die ihre ersten Schritte in den Online-Handel gehen wollen, ist Jimdo daher die richtige Wahl und unser verdienter Testsieger.


WIX

 

Vorteile

  • Schickes Design mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten
  • Zahlreiche Apps für mehr Funktionen
  • Viele Optionen bei Versand und Produktangebot

 

Nachteile

  • Übersicht leidet unter dem großen Funktionsumfang
  • Template kann nachträglich nicht mehr gewechselt werden
  • Für Einsteiger teils zu komplex

  

Dass der Wix Editor schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat als mancher Konkurrenz-Baukasten, merkt man ihm durchaus an – im positiven Sinn. 

 

Denn der klassische Wix Editor verfügt mittlerweile über eine riesige Anzahl an Designs und Funktionen. Von Mode & Bekleidung bis zu Tiere & Haustiere findet ihr zahlreiche ansprechende Templates, die ihr als Ausgangspunkt für euren Onlineshop nehmen könnt. Im Anschluss lassen sich die einzelnen Elemente nach Lust und Laune herumschieben, bearbeiten und neue hinzufügen. 

 

Das geht leicht von der Hand, allerdings kann die Menge an Designelementen und -optionen gerade Einsteiger überfordern. Zudem kann das zugrundeliegende Template nicht mehr gewechselt werden.

 

Die Vielzahl an Möglichkeiten setzt sich auch im Onlineshop-Part des Wix Editors fort. So könnt ihr sowohl digitale als auch physische Produkte in eurem Shop verkaufen. Auch bei Versandoptionen und -kosten könnt ihr viel einstellen – z. B. ob die Kosten nach Gewicht Preis oder für jeden Artikel einzeln berechnet werden. Ein App-Store bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten, den Funktionsumfang eures Shops zu erweitern.

 

Mit dem Wix Editor hat Wix ein klasse Paket für Online-Händler geschnürt, die Wert auf zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten und einen großen Funktionsumfang legen – auch wenn die Übersicht und die Benutzerfreundlichkeit darunter leiden.


 1&1 IONOS

 

Vorteile

  • Design-Blöcke lassen sich schnell und einfach bearbeiten
  • Große Auswahl an Design-Blöcken sorgt für Vielfalt
  • Viele Optionen bei Versand und Produktangebot

 

Nachteile

  • Template kann nachträglich nicht mehr gewechselt werden
  • Ihr könnt euch nur an einem einzigen Shop “ausprobieren”
  • Menüführung nicht immer intuitiv

 

Bei 1&1 beginnt der Weg zum eigenen Onlineshop mit der Wahl eines Templates. Habt ihr euch für eines entschieden, könnt ihr das Template jedoch nicht mehr wechseln. Das ist besonders unpraktisch, da ihr euch nur an einem einzigen Onlineshop zur selben ausprobieren könnt. Seid ihr mit dem zugrundeliegenden Design unzufrieden, müsst ihr euren Shop komplett löschen und wieder von vorne beginnen. Das machen andere Anbieter besser.

 

Steht das Design aber, bietet der Baukasten viele Anpassungsmöglichkeiten der einzelnen Elemente. Ähnlich wie bei Jimdo könnt ihr auch hier Inhalte als Blöcke einfügen und bearbeiten. Das klappt sehr gut, auch ist die Auswahl an Design-Blöcken recht groß. Allerdings ist die Menüführung insgesamt nicht immer intuitiv. Ist diese Hürde jedoch genommen, könnt ihr zügig euren Wunschshop gestalten. In diesem könnt ihr neben physischen Produkten auch digitale Artikel verkaufen.

 

Begeistert hat uns das Shopsystem von 1&1 allerdings bei Zahlungsoptionen und Versand. So stehen nicht nur viele elektronische Zahlungsmittel zur Auswahl, sogar das Bezahlen per Bargeld oder Nachnahme ist integriert! Ebenso könnt ihr euren Kunden verschiedene Lieferservices anbieten und die Versandkosten abhängig machen von Gewicht, Größe (Sperrgut) und Zielland.

 

Unterm Strich überzeugt 1&1 somit durch viele Einstellungsmöglichkeiten bei Versand und Bezahlung, bleibt in puncto Benutzerfreundlichkeit aber hinter den Erwartungen zurück.


STRATO

 

Vorteile

  • Große Auswahl an Versand- und Zahlungsoptionen
  • App-Store mit praktischen Erweiterungen

 

Nachteile

  • Kaum Unterschiede bei Templates
  • Design wirkt etwas altbacken
  • Kein Verkauf von digitalen Produkten

 

Strato präsentiert euch gleich zu Beginn ein Standard-Template, das mit verschiedenen Beispiel-Produkten gefüllt ist. Das Template könnt ihr jederzeit wechseln, allerdings sehen sich die Designs recht ähnlich und wirken teil etwas altbacken. Das machen viele der Konkurrenten definitiv schöner.

 

Die eigentliche Bearbeitung des Shops und der einzelnen Produkte funktioniert im nächsten Schritt dann aber doch recht einfach und unkompliziert. So könnt ihr relativ schnell eure Artikel hochladen und euren Shop online stellen. Allerdings könnt ihr auch bei Strato keine digitalen Waren verkaufen.

 

Sehr gut schneidet Strato bei Versand- und Zahlungsoptionen ab. So könnt ihr zwischen verschiedenen Paketdiensten und Selbstabholung wählen, Versandkosten nach mehreren Parametern berechnen lassen und auch bei den Zahlungsmethoden bleiben kaum Wünsche offen.

 

Für zusätzliche Funktionen in eurem Shop bietet Strato einen App-Store an. Dieser ist zwar bei weitem nichts so umfangreich wie bei Wix oder Shopify, doch auch hier findet ihr verschiedene nützliche Tools für Bestandsverwaltung, Buchhaltung und Co.


Shopify

 

Vorteile

  • Größter Feature-Umfang im Test
  • Größte Auswahl an Versand- und Zahlungsoptionen
  • Riesiger App-Store mit vielen praktischen Erweiterungen

 

Nachteile

  • Moderne Templates kosten extra
  • Webdesign wirkt wie ein “Anhängsel”
  • Texte nur teilweise auf Deutsch
  • Teuerster Baukasten im Vergleich
  • Erhebt Transaktionsgebühren

 

Shopify ist die Lösung für alle E-Commerce-Profis. Von Anfang an als Shop-System konzipiert, steht der Onlineshop mit all seinen Features hier im Vordergrund. Die dazugehörige Website rückt dabei in den Hintergrund. Und das merkt man dem Website-Baukasten leider an.

 

Gerade einmal 9 Templates stellt Shopify gratis zur Verfügung. Der Rest muss über den “Theme Store” kostenpflichtig erworben werden. Habt ihr euch dann für eine Vorlage entschieden, fangt ihr quasi bei null an. Es gibt keine voreingestellten Bilder oder Textvorschläge.

 

Ähnlich wie bei Jimdo fügt ihr Blöcke für neue Inhalte ein und könnt diese dann bearbeiten – allerdings mit großen Einschränkungen.

Die Punkte, die Shopify mit seinem eher spartanischen Website-Baukasten vergibt, holt sich der Anbieter mit einem beeindruckenden Angebot an Shop-Features wieder zurück. So gibt es einen großen Marktplatz mit tausenden Apps, welche die Funktionen eures Shops erweitern und euch sogar bei der Suche nach Lieferanten unterstützen. So eine große Auswahl bietet niemand sonst im Testfeld.

 

Dasselbe gilt für die umfangreiche Statistikfunktion, die euch beispielsweise Conversion-Rate, den durchschnittlichen Bestellwert oder eure Verkäufe durch Marketing anzeigt. Auch bei der Festlegung von Steuern, Bezahl- und Versandarten bleibt fast kein Wunsch offen.

Einen großen Haken hat Shopify allerdings: Das Shop-System ist zwar zu großen Teilen ins Deutsche übersetzt, allerdings stehen ein paar Bereiche zurzeit nur auf Englisch zur Verfügung – z. B. der App Store. Gute Englischkenntnisse sind somit zwar keine Voraussetzung aber dringend empfohlen.

 

Auch ist Shopify nicht gerade günstig. Das kleinste Paket kostet 29 US-Dollar pro Monat, das größte schlägt mit sage und schreibe monatlichen 299 US-Dollar zu Buche. Zudem erhebt Shopify als einziger Kandidat im Testfeld Transaktionsgebühren. Hier zeigt sich noch einmal deutlich die Ausrichtung auf größere E-Commerce-Händler, die bereit sind, für das große Feature-Angebot auch tiefer in die Tasche zu greifen.


Zwei Unternehmer arbeiten an einem Laptop.

Fazit

 

Unterm Strich eigenen sich alle von uns getesteten Baukästen dazu, mit wenigen Vorkenntnissen einen eigenen Onlineshop zu erstellen. Allerdings setzt jedes System seinen Schwerpunkt an anderer Stelle, sei es nun Webdesign, Produktverwaltung oder Benutzerfreundlichkeit.

 

Die besten Gesamtpakete bieten die Baukästen von Jimdo und Wix. Bei beiden harmonieren der Website- und der Verkaufspart am besten. Unserer Ansicht nach kommen Einsteiger mit Jimdo jedoch besser zurecht, was dem Baukasten aus Hamburg die entscheidenden Punkte Vorsprung einbringt.

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